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Die PKK, die Kurdenfrage in der Türkei und Erdogans brutale Repression

26.05.2016 von Axel Kleinecke

Die Sendung versucht mit Vorurteilen gegen die angeblich terroristische PKK und das kurdische Volk aufzuräumen, indem sie über die aktuelle dramatische Situation in der Türkei und über die Reaktionen in der Bundesrepublik informiert. Neben Jürgen Wessling einem Vertreter der NAV-DEM kommt auch Herbert Schmalstieg, Ex-Bürgermeister von Hannover, zu Wort. Thematisiert wird auch die nun 17-jährige menschenrechtswidrige Isolationshaft von Abdulah Öcalan auf der Gefängnisinsel Imrali.

 

Die kurdische Bevölkerung stellt mit einem Anteil von 20% in der Türkei eine sehr große kulturell eigenständige Volksgruppe dar, die vor allem im Südosten der Türkei zu Hause ist. Dennoch werden ihre Sprache und das Leben nach ihren Traditionen aber seit Jahrzenten von der türkischen Staatsmacht verboten und unterdrückt. Kurdische Dörfer und Städte waren in der Vergangenheit immer wieder brutalen Repressalien bis hin zu massiven militärischen Angriffen ausgesetzt: Schon 1993 wurden 4000 Dörfer ausgelöscht und 2 – 3 Millionen Kurden vertrieben. Nach zwischenzeitlichen Friedensgesprächen und Ansätzen zu einer Lösung des Konflikts führt unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung Erdogans Armee heute nun wieder mit schweren Waffen einen rücksichtslosen Vernichtungskrieg gegen kurdische Städte, ein Massaker, das schon Hunderte von Opfern unter der Zivilbevölkerung gefordert hat.

Die einzige politisch machtvolle Vertretung der türkischen Kurdinnen und Kurden ist die PKK, die seit ihrer Gründung 1978 unter Führung von Abdulah Öcalan für die Rechte der kurdischen Bevölkerung eintritt. Neben der Verteidigung gegen die militärischen Übergriffe hat die PKK unter Öcalan auch immer wieder Friedensangebote gemacht und politische Verhandlungen gesucht, obwohl Öcalan seit 1999 als Terrorist auf der Gefängnisinsel Imrali in Isolationshaft gefangen gehalten wird. Auf Druck des Nato-Verbündeten Türkei und der USA wurde die PKK auch in der Bundesregierung als terroristische Vereinigung eingestuft und ihre Sympathisanten werden bis heute polizeilich verfolgt, eine Diskriminierung, die längst von vielen Politikern, auch von CDU-Abgeordneten, als korrekturbedürftig angesehen wird.

Die friedliche Vision der PKK von einer emanzipatorischen Gesellschaft zeigt sich konkret in dem erstaunlichen Modell einer demokratischen Selbstverwaltung, das unter dem Namen Rojava in großen Gebieten Nordsyriens eingeführt wurde. Seit 2012 hat es sich während schon mehr als drei Jahren unter den schwierigen Bedingungen der wirtschaftlichen Isolation und der militärischen Bedrohung bewährt. Rojava gewährleistet heute dort im Alltag ein konstruktives und gewaltfreies Zusammenleben der multi-ethnischen und multi-religiösen Bevölkerung besonders auch mit Beteiligung und Emanzipation der Frauen. Der Aufbau der zerstörten Städte und Dörfer und die Versorgung der Bevölkerung werden dort in kooperativem Zusammenwirken trotz großer Schwierigkeiten ebenso erfolgreich bewältigt wie auch die Verteidigung nach außen gegen die Milizen des IS.

 

Informationsveranstaltung „Rojava strahlt bis nach Hannover“ am 31. Mai 2016 um 19.00 h in Hannover in den Verdihöfen.

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