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Madsack Kundenservicecenter seit 100 Tagen im Streik für Haustarif

01.05.2014

Eine ver.di-Kollegin der Firma KSC gmbH & Co.KG berichtet über ihren Streik um würdigen Lohn, den 24 Angestellte dieser 100%igen Madsack-Tochterfirma am 23. September 2013 aufnahmen. Bisher haben 20 Streikende 100 Tage durchgehalten und denken nicht ans Aufgeben!

Mehr Informationen auf der homepage www.ksc-haustarif.de.tl. Dort findet sich der folgende Text der Streikenden:

"Wir sind Mitarbeiter der Firma KSC GmbH & Co.KG. Das KSC ist eine 100%-ige-Tochterfirma der Verlagsgesellschaft Madsack. Wir haben vor dreizehn Jahren als outgesourceter Kundenservice im Bereich Abonnement und Kleinanzeigen für die HAZ und die NEUE PRESSE sowie für die ortsansässigen Anzeigenblätter begonnen. Es handelte sich um die Annahme  der Telefonie und um die gleichzeitige Bearbeitung schriftlicher Aufträge. Damals hat jeder Mitarbeiter einen dieser Bereiche bearbeitet. In seltenen Fällen gab es sogenannte Multis, die mehrere Bereiche bearbeiten konnten. Um die dafür versprochene Erhöhung des Stundenlohns mußten jeder Mitarbeiter hart kämpfen und hat zumeist erfolglos die Segel gestrichen.
Im Laufe der Jahre kamen andere Verlage und Aufgabenfelder hinzu. Multis waren jetzt an der Tagesordnung. Die meisten Kollegen und Kolleginnen telefonieren heute für die HAZ, die NEUE PRESSE, die Hildesheimer Allgemeine Zeitung, das Göttinger u. Eichsfelder Tageblatt, die Oberhessische Presse, die Schaumburger Nachrichten, die Kieler Nachrichten (bis Dezember), die Waldecksche u. Frankenberger Zeitung und die Cellesche Zeitung, sowie für die jeweiligen regionalen Anzeigenblätter, für die Onlineservicecenter u. andere Angebote der jeweiligen Homepages und immer mal wieder für Sonderaufgaben wie für die Stuttgarter Zeitung oder für die Anzeigenblätter aus dem Bereich PAZ/WAZ/AZ oder als Gewinnhotline oder als Kompetenzteam für die ständig wachsende Anzahl von MediaStores.*
Das heißt, daß die Kollegen und Kolleginnen auf mehr als 50 Telefonleitungen gleichzeitig geschaltet sein können.
Alle diese Aufgaben liefen bis vor kurzem noch gleichzeitig mit der Eingabe und Bearbeitung von schriftlichen Aufträgen ab. Dieser Bereich wurde durch die Wiedereinsetzung eines BackOffice vorerst etwas entlastet.
Und auch wenn im Moment die Leitungen relativ ruhig sind, aus welchen Gründen auch immer. Es bleiben gut 14 Jahre in denen wir uns krumm gemacht haben, ohne Wertschätzung für unsere Arbeit zu erhalten.

Die Mehrarbeit ist also immens, aber jeder Kollege und jede Kollegin, die um eine Lohnerhöhung oder Stundenerhöhungen (Einstellungen mit einer 30 Stundenwoche sind die Regel) baten, wurden abgelehnt oder bekamen Funktionszulagen für zusätzliche Arbeiten.

Seit ver.di im März mit dem Wunsch in Tarifverhandlungen zutreten an die Geschäftsleitung herangetreten ist, haben zumindest sehr langjährige Mitarbeiterinnen eine 10%-ge (nennt sich im Jargon unserer Firma freiverhandelt) Erhöhung ihres Lohnes erhalten, wobei dabei die Damen, die bereits eine Funktionszulage bekamen, zunächst einfach nicht berücksichtigt wurden und sich selbst in Erinnerung bringen mußten.
Die Erhöhung traf aber nur auf wenige zu. Es gibt wegen der Arbeitsbelastung und dem stagnierenden Gehalt einen raschen Wechsel in der Belegschaft.°
Selbst der Verlagsleiter der HAZ und NEUEN PRESSE, Günter Evert**, sagte bei der offiziellen Ankündigung der Erhöhung für langjährige Mitarbeiter, daß er nicht mehr hier arbeiten würde, wenn er zehn Jahre den selben Lohn erhalten hätte.


 
Wir fordern einen HAUSTARIF fürs KSC, damit sich unsere Arbeit lohnt!"

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