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Radtour über den Truppenübungsplatz Bergen bringt antimilitaristische und antifaschistische Erkenntnisse

28.07.2015 von Charly Braun

Neugierig geworden auf den größten europäischen Truppenübungsplatz zwischen Bad Fallingbostel und Bergen machten sich Akteure von Friedensbüro-Hannover, Geschichtswerkstatt und ADFC auf, geführt von Mitgliedern der Initiative-Biosphärengebiet und GewerkschafterInnen Geschichte und Gegenwart vor Ort zu erkunden. Die sog. Platzrandstraße ("Privatstraße des Bundes") kann jede/r nutzen.  Im Interview berichtet Margarete von den neu gewonnenen Eindrücken. Zur Errichtung des Truppenübungsplatzes wurden 3650 Menschen aus 30 Dörfern und Siedlungen gegen ihren Widerstand 1935 umgesiedelt. Hier probte die Nazi-Wehrmacht den Überfall auf die Sowjetunion. Die sowjetischen Soldatenfriedhöfe Oerbke, Hörsten und Wietzendorf kunden von den Massenverbrechen der Wehrmacht an den Kriegsgefangenen, dem sich das KZ Bergen-Belsen anschließt. An der Rampe bei Bergen wurden Panzer verladen und hier kamen massenweise Häftlinge und Gefangene an.   
Der Truppenübungsplatz ist weiter in Betrieb. Davon zeugen große Kasernenanlagen, Schießbahnen, Munitionsbunker, Panzerwaschanlagen, Biwakplätze mit revanchistischen Namen (z.B. Tilsit, Samland) und viele Militär-Werkstätten. Die Radelnden hatten Begegnungen mit neugieren Panzerbesatzungen und Bundeswehrsoldaten in Reih und Glied auf einer Lichtung. Deren Kommandant versuchte die Neugierigen aus seinem "Sicherheitsbereich" zu verscheuchen - also in den "Unsicherheitsbereich" zu verbannen?
In Ostenholz erinnert die ehem. Kneipe "Onkel Nickel" an John Lennon, der hier 1967 den Antikriegsfilm "Wie ich den Krieg gewann" drehte. DGB, ver.di und die Initiative-Biosphärengebiet verlangen mit einem vom Bund finanzierten Konversionsprogramm nach dem Abzug der British Army in 2015 eine soziale, ökologische, nicht-militärische Nutzung (als Biosphärengebiet, Friedensheide). Bad Fallingbostel möchte frei werdende Flächen und Gebäude nutzen. Aber die Bundeswehr will keinen Quadratmeter hergeben. In Ostenholz will die Initiative den ehem. Gasthof Wünninghof vorm Abriß retten und selbst nutzen. Die Verhandlungen ziehen sich hin.
Die Ausmaße, Kriegs- und Verbrechensgeschichte, und kriegerische Gegenwart dieses Militärplatzes hinterließ bei den Hannoverschen einen bleibenden Eindruck. Sie bedanken sich für die engagierte Führung bei den Bad FallingbostelerInnen.

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