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Der Auschwitzüberlebende Salomon Finkelstein erzählt

Der Versuch von SPD, der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und Teilen des Zentrums den 1. Mai in der Weimarer Nationalversammlung für das Jahr 1919 als gesetzlichen Feiertag zu etablieren, scheiterte am 15. April 1919 an der bürgerlich-rechten Opposition, die aus der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), der Deutschen Volkspartei (DVP), sowie weiten Teilen des Zentrums bestand. Erst die Nazis erhoben den 1. Mai am 10. April 1933 per Reichsgesetz zum „Feiertag der nationalen Arbeit“, der heute in den etablierten Massenmedien gerne auf den „Tag der Arbeit“ verkürzt wird. In der Hoffnung auf Erhalt der eigenen Organisation, biederte sich die Führung des sozialdemokratisch dominierten Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) unter Theodor Leipart bei den faschistischen Machthabern an und rief seine Mitglieder zur Teilnahme an den Maifeierlichkeiten 1933 auf. Doch der Pakt mit dem Teufel sollte nicht lange währen. Wehten am 1. Mai noch Hakenkreuz- neben ADGB-Fahnen, so wurden am folgenden Tag schon die Gewerkschaften verboten und die Gewerkschaftshäuser von Trupps der SA und Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) gestürmt. Der generelle Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit spielte unter den Nazis keine Rolle mehr. Halluziniert wurde der Unterschied in ein gutes nationales, weil deutsches schaffendes und schlechtes internationales, weil jüdisch raffendes Kapital. Die insbesonders „deutsche Arbeit“ wurde zum Lebensideal erhöht. Die Gleichschaltung erfolgte über eine Mutation des Arbeitgeber zum Betriebsführer und des Arbeitnehmeres zum Gefolgschaftsmitglied. Allgemein galt für den deutschen Volkskörper ein eingeschränkter Arbeitsplatzwechsel. Für Mädchen und junge Frauen das Pflichtjahr und für Männer neben der Wehrpflicht, das Reichsarbeitsdienstjahr. Außerdem errichteten die Schergen Hitlers in Deutschland und im okkupierten Ausland ein komplexes Zwangsarbeitssystem, das Millionen Menschen versklavte und vielen das Leben kostete. Zivilarbeiter und Kriegsgefangene mußten die deutsche Kriegswirtschaft am Laufen halten, deutsche und ausländische KZ-Häftlinge sollten durch Zwangsarbeit umerzogen und Juden durch sie vernichtet werden. Der polnische Jude Salomon Finkelstein überlebte die Hölle diverser Zwangsarbeitslager und des Vernichtungslagers Auschwitz nur durch Zufall.

Autor

Helge Kister

Kategorie

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57:26

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